Waldbewirtschaftung
CO2-Senkenleistung des Wirtschaftswaldes um das 10fache höher als im Urwald
In den vergangenen Jahren hat das Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur in Wien umfangreiche Forschungen mit ober- und unterirdischer Biomasse sowie Humus in Primärwäldern durchgeführt und die dabei ermittelten Zahlen mit denen bewirtschafteter Waldflächen verglichen. Bilanziert man die Effekte von Kohlenstoffspeicherung, Freisetzung und Substitution über den Zeitraum des Primärwald-Lebenszyklus (= zwei Umschlagsphasen in einem vergleichbaren bewirtschafteten Wald), lässt sich daraus folgern, wie wichtig die Nutzung von Holz als erneuerbarer Rohstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist: Aufgrund der Tatsache, dass das geschlagene Holz als Ersatz für fossile Energieträger genutzt werden kann, ist der Effekt von bewirtschaftetem Wald als CO2-Senke um ein Vielfaches höher als bei Primärwald (in den Fallstudien etwas das Zehnfache). In der Praxis liegen die Werte jedoch deutlich höher, da die Substitutionseffekte, die aus diesen Materialien resultieren, nicht berücksichtigt wurden.
- Nachhaltig bewirtschaftete Wälder leisten einen deutlich größeren Beitrag zum Klimaschutz als nicht bewirtschaftete Wälder, da durch die kaskadierende Nutzung von Holz Produkte und Brennstoffe ersetzt werden können, die aus fossilen Brennstoffen (Erdgas, Öl, Kohle) hergestellt wurden.
- CO2-Emissionen aus Wäldern in die Atmosphäre werden nicht reduziert, wenn die Wälder nicht mehr nachhaltig bewirtschaftet, sondern sich selbst überlassen werden. Diese steigen dagegen sogar noch an.
- Die Aufforstung von zerstörten Flächen, die nicht für die Landwirtschaft benötigt werden, und die nachhaltige Bewirtschaftung dieser aufgeforsteten Flächen werden erhebliche positive Effekte im Hinblick auf die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in die Atmosphäre haben, da in der Wachstumsphase des Waldes enorme Kohlenstoffmengen gebunden, und gleichzeitig große Mengen an fossilen Brennstoffen und Rohstoffen durch Materialien ersetzt werden können, die aus nachhaltig bewirtschafteten Flächen stammen.
Die Rodung von Waldflächen ohne Aufforstung hat negative Folgen für das Klima. Die europäischen Waldbestände und -flächen wachsen aufgrund der strengen nationalen Forstgesetze, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellen.
